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Nierenwoche 2010 Drucken
ImageMit dem Weltnierentag beginnt auch die Nierenwoche 2010 der Deutschen Nierenstiftung. Was passiert da?
Die Nierenwoche ist eine bundesweite Aktionswoche der Deutschen Nierenstiftung, die vom 13. – 20. März stattfindet. Mit zahlreichen Veranstaltungen – sei es ein Tag der offenen Tür, öffentliche Vorträge, Patientenseminare oder besondere Benefiz-Aktionen –  machen Nierenzentren deutschlandweit auf Prävention und Früherkennung aufmerksam. Eine Liste der Aktionen und Events zur Nierenwoche finden Sie auch auf unserem Internetauftritt unter www.nierenstiftung.info. Wir freuen uns sehr über das zunehmende Interesse der Bevölkerung und der Medien an der Nierenwoche!

Der diesjährige Weltnierentag am 11. März stand unter dem Motto"Damit die Nieren funktionieren: Ich mach´ den Blutzuckercheck". Damit unterstrich der Aktionstag eine wichtige Präventionsbotschaft, denn was viele nicht wissen: Diabetes mellitus („Zuckerkrankheit“) schädigt die Nieren, insbesondere, wenn er nicht erkannt und behandelt wird. Die Dunkelziffer von Diabetes ist hoch – 2006 wurden in Deutschland 7 Mio. Menschen mit Diabetes behandelt, die Experten gehen aber davon aus, dass etwas genauso viele Menschen gibt, bei denen der Diabetes nicht diagnostiziert wird (siehe Deutscher Gesundheitsbericht Diabetes 2009). Bei diesen Menschen können sich Folgeerkrankungen wie das chronische Nierenversagen unbemerkt entwickeln. Bei gut einem Drittel aller Dialysepatienten ist die Nierenkrankheit auf einen Diabetes zurückzuführen. Anliegen des diesjährigen Weltnierentages ist es daher, die Bevölkerung auf die Gefahr durch Diabetes aufmerksam zu machen – regelmäßige  Blutzuckertests werden empfohlen, um einen Diabetes zu erkennen – und Diabetiker für spezielle Möglichkeiten der Prävention von Nierenerkrankungen zu sensibilisieren.

Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie

 

ImageDiabetiker können dem Verlust Ihrer Nierenfunktion entgegenwirken!
Ein Gespräch mit Prof. Dr. Jan Galle

Das chronische Nierenversagen ist häufig eine Folge des Diabetes mellitus. Können Diabetiker das Schicksal „Nierenkrankheit“ abwenden?
Ja, es gibt durchaus effektive Möglichkeiten der Prävention, um dieses Schicksal abzuwenden. So sind die richtige Blutzuckereinstellung und die strikte Kontrolle des Blutdrucks das A und O bei der Vorbeugung einer durch Diabetes bedingten Nierenerkrankung.

Haben denn alle Diabetiker ein gleichermaßen erhöhtes Risiko, ein chronisches Nierenversagen zu entwickeln?
Nein – das Risiko steigt, je länger ein Patient diabeteskrank ist und korreliert auch mit der Qualität der Zuckereinstellung. Die Patienten, die Diät- und Therapieempfehlungen lax handhaben, haben ein höheres Risiko, ein Nierenversagen zu entwickeln. Besonders wenn bereits eine beginnende Nierenerkrankung diagnostiziert wurde, müssen die Therapievorschriften besonders strikt eingehalten werden. Jeder Diabetiker hat den Erhalt seiner Nierengesundheit also weitestgehend selbst in der Hand.

Und wie kann man erkennen, dass eine beginnende Nierenerkrankung vorliegt?
Das zeigt der „Nieren-Check“, den Diabetiker jährlich, gesunde Menschen über 35 Jahre alle zwei Jahre beim Hausarzt durchführen lassen sollte (im Rahmen der „Check-up-35“-Untersuchung, die im Leistungspaket der Krankenkassen enthalten ist). Dazu gehört in erster Linie ein Urintest auf Eiweißausscheidung. Bei einer gesunden Niere ist das Filtergewebe so dicht, dass höchstens 20 mg Eiweiß pro Tag im Urin ausgeschieden werden. Ist mehr Eiweiß im Urin, deutet das auf einen Nierenfunktionsschaden hin.

Worin sehen Sie die größte Herausforderung für Ihre Präventionsarbeit?
Die Herausforderungen sind vielfältig: Zum einen ist auch in Deutschland die Dunkelziffer von Diabetes hoch. Das heißt, dass viele Menschen nicht ahnen, dass die zuckerkrank sind und somit „ahnungslos“ und unbehandelt auf die Folgeerkrankungen von Diabetes wie z.B. Nierenversagen zusteuern. Daher sollte kommuniziert werden, dass ein gelegentlicher Blutzuckertest (beim Hausarzt oder in der Apotheke) für jeden wichtig ist, um einen Diabetes auszuschließen. Eine weitere große Herausforderung liegt darin, Diabetiker für ihr erhöhtes „Nieren-Risiko“ zu sensibilisieren und an ihre Therapietreue zu appellieren. Wir hoffen, diesen Zielen mit dem Weltnierentag 2010 ein Stück näher zu kommen!

Prof. Dr. med Jan Galle
Pressesprecher der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie

 
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