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Sorgfalt beachtet – Vorteile genutzt |
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Wie Scott, 58 Jahre, dem im Mai 2000 eine Niere transplantiert wurde, auf seine Zeit mit Peritonealdialyse (PD) zurückblickt:
Bevor ich nach Prag gezogen bin, lebte ich in Rochester im US-Bundesstaat New York. 1973 wurde bei mir während der Musterung Eiweiß im Urin und eine Glomerulonephritis, eine Entzündung der Nierenkörperchen, festgestellt.
Meine Nierenerkrankung wurde nicht speziell behandelt und schritt in den folgenden 20 Jahren langsam voran. Als man mir 1993 ein Anti-Thyroid zur Regulierung einer vermeintlichen Schilddrüsenüberfunktion verordnete, verschlechterte sich mein Gesundheitszustand lebensbedrohlich. Ich reagierte allergisch, bekam Fieber und verbrachte einen Monat im Krankenhaus – vorübergehend mit Hämodialyse (HD). Das Anti-Thyroid hatte meine Leber und mein Knochenmark angegriffen und meine Nieren erheblich geschädigt. Mit einer eiweißarmen Diät konnte meine Dialysepflicht jedoch noch einige Jahre hinausgezögert werden.
1999 begann ich mit der Peritonealdialyse (PD). Etwa eineinhalb Jahre wendete ich sie an – ohne jegliche Probleme, vor allem ohne Blutdruckprobleme. Die PD beeinträchtigte meine Ernährung und Flüssigkeitsaufnahme nur ganz minimal. Ich konnte in meinem Job als Krankenhaus-Angestellter weiter arbeiten. Während meines 10-Stunden-Arbeitstages dialysierte ich zwei Mal in meinem Büro (brachte dazu die PD-Utensilien morgens mit und nahm die Beutel abends wieder mit) und zwei Mal zu Hause. Außer meiner Sekretärin und meinem Vorgesetzten wusste keiner, dass ich CAPD machte.
Für meine Ehe war die fortschreitende Erkrankung allerdings so belastend, dass mich meine Frau verließ. So zog ich unsere beiden Söhne alleine groß. Abends war ich immer völlig k.o. Jedes Dialyseverfahren zehrt enorm an den Kräften.
Die PD war zwar für mich das richtige Verfahren. Eines sollte man sich vorher allerdings bewusst machen: Man muss entweder alle fünf Stunden zu Hause dialysieren oder die Utensilien dorthin mitnehmen, wo man dialysieren möchte, und sicherstellen, dass man den Beutelwechsel unter sterilen Bedingungen durchführen kann. Das ist nicht ganz einfach. Aber für den, der nicht gern mit der HD jeden zweiten Tag 5 bis 8 Stunden auf einem Stuhl sitzt, ist die PD die Lösung.
Weil ich früher auf einer Station mit 27 Plätzen für HD-Patienten arbeitete, wusste ich natürlich auch, welche Nachteile die HD mit sich bringt, zum Beispiel für das Befinden ganz unmittelbar nach der Dialyse, für den Blutdruck etc. Ich habe mich mit PD niemals schlapp oder übel gefühlt, hatte immer gute Blutwerte, nie irgendeine Infektion oder Peritonitis. Ich war immer äußerst sorgfältig, habe nie die Dialysezeit verpasst, war stets diszipliniert, auch wenn ich beim Camping oder auf Geschäftsreise war. Wenn ich andernorts Tagungen hatte, bestellte ich mir das Dialysat ins dortige Hotel. Es war nicht immer leicht, aber für mich bot die PD mehr Vorteile als die HD.
Seit zehn Jahren bin ich nun transplantiert. Seit dem Tag der Transplantation funktioniert meine neue Niere einwandfrei. Alles ist bestens. Was für ein Glück!
(Prag/Kaiserslautern, Juli 2010 – Text auf Basis eines auf Englisch geführten Interviews) |